Leuchtendes Beispiel für Mitmenschlichkeit

Landrat Wilhelm Schneider zeichnet Petra Weiß mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik aus. Die Breitbrunnerin pflegt seit  32 Jahren ihren schwerstbehinderten Sohn.   

Landrat Wilhelm Schneider überreichte am Donnerstag im Landratsamt Haßberge die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an  Petra Weiß.  (Foto: Moni Göhr/Landratsamt Haßberge

Petra Weiß aus Breitbrunn ist für ihr außergewöhnliches Engagement mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Die 60-Jährige hat ihr Leben ihrem behinderten Sohn Christian gewidmet und ist seit seiner Geburt im Jahr 1988 rund um die Uhr für ihn da. Im Auftrag des Bundespräsidenten Franz-Walter Steinmeier überreichte Landrat Wilhelm Schneider am Donnerstag Urkunde und Medaille.

„Sie leisten Großartiges, denn Sie opfern sich für das Wohl ihrer Familie auf und sorgen dafür, dass ihr schwerstbehinderter Sohn dort gepflegt wird, wo er sich am wohlsten fühlt, nämlich zu Hause“, so Landrat Wilhelm Schneider in seiner Laudatio. Und genau dafür werde die Breitbrunnerin ausgezeichnet – für ihre Hingabe, Tatkraft, Ausdauer und ihr großes Herz.

Das Leben der Familie Weiß hatte sich von heute auf morgen massiv und nachhaltig verändert als ihr Sohn mit einer unheilbaren Erkrankung auf die Welt kam. Im Alter von einem halben Jahr fiel Christian für zirka sechs Wochen ins Koma. Seitdem ist er schwerstbehindert und kann leider auch nicht sprechen. Damals hat das Ehepaar Weiß nicht lange gezögert und die Herausforderung Pflege im eigenen Zuhause angenommen. Es ist den Eltern eine Herzensangelegenheit, sich selbst um ihren Sohn zu kümmern, damit er weiterhin in seiner vertrauten Umgebung zu Hause leben kann und in der Familie integriert ist.

Welche Anstrengungen und Entbehrungen das mit sich gebracht hat, kann man als Außenstehender nur erahnen. Bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens  ist Petra Weiß und ihr Mann Norbert mit helfender Hand an der Seite  ihres Sohnes. „Sie sind jederzeit für ihn da, ohne an sich selbst, an ihre eigenen Belange zu denken. Liebevoll, mit größter Fürsorge und vorbildlicher Geduld“,  lobte der Landrat. „Diese Pflege, die sie ihrem Sohn angedeihen lassen, ist wirklich nicht als selbstverständlich hinzunehmen.“  Wilhelm Schneider bezeichnete Petra Weiß als ein leuchtendes Vorbild für Mitmenschlichkeit und unermüdliche Fürsorge. „Bewundernswert sind auch ihr Mut und die Stärke, Verantwortung zu übernehmen, wie auch die Bereitschaft, für einen anderen Menschen da zu sein und ihm zu helfen, wann immer er einen braucht.“

Ihre eigenen Bedürfnisse hinten angestellt hat Petra Weiß auch, als ihr Vater nach einem Schlaganfall ans Bett gefesselt und schwerstpflegebedürftig war. Fünf Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahr 2015 hat sie ihre Mutter bei der Pflege unterstützt. „Die Bedeutung der häuslichen Pflege ist groß und von unschätzbarem Wert für die Gesellschaft“, betonte Landrat Wilhelm Schneider. „Müsste die familiäre Pflege vom staatlichen System ersetzt werden, würde es zusammen brechen.“ Deswegen gratulierte Wilhelm Schneider nicht nur zu dieser hohen Auszeichnung, sondern er bedankte sich bei Petra Weiß für ihr herausragendes Wirken und ihre große menschliche Stärke.

Landrat Wilhelm Schneider bedankte sich ganz herzlich bei der Breitbrunnerin für ihren selbstlosen Einsatz und zeichnete Petra Weiß mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik aus. Zu dieser hohen Auszeichnung gratulierten auch Ehemann Norbert, Bürgermeisterin Ruth Frank und die ehemalige Bürgermeisterin Gertrud Bühl.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.