Kinder schützen: Die giftigsten Pflanzen in unseren Gärten

Aus unserer Sendung Steigerwald Magazin hier nochmals die Infos im Detail zum Nachlesen.

Wir haben Sommer. Kinder spielen im Garten. Das ist auch eine gute Beschäftigung für sie. Aber … wir sollten bei der Gestaltung unserer Gärten einiges bedenken. Sie könnten sonst zu einer ernsten Gefahr für unsere Kinder werden. Als Beispiel sei der Gartenteich, offene Regentonnen oder auch herumliegende Gartengeräte zu nennen. Aber …  noch etwas kann unseren Kindern gefährlich werden, im Extremfall tödlich gefährlich. Nämlich die Pflanzen, die sich oft farbenprächtig und wunderschön anzusehen in unseren Gärten ranken.

Diese Pflanzen sollten wir im Garten vermeiden

Eltern, die jetzt den heimischen Garten bepflanzen, sollten um giftige Pflanzen wie Engelstrompete, Goldregen oder Eisenhut einen großen Bogen machen. Diese und weitere Gewächse können bei Kleinkindern, die sie in den Mund nehmen, zu Vergiftungen führen. Dafür reichen in einigen Fällen schon geringe Mengen der Samen, Beeren oder anderer Pflanzenteile.

Die Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH), Hamburg, rät zur Vorsicht bei diesen zehn zum Teil hochgiftigen Pflanzen:

  • Blauer und gelber Eisenhut
  • Bilsenkraut
  •  Engelstrompete
  • Gemeine Eibe
  • Goldregen
  • Herbstzeitlose
  • Oleander/Rosenlorbeer
  • Rizinus/Wunderbaum
  • Stechapfel
  • Tollkirsche

Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch in der kostenlosen Broschüre „Achtung! Giftig! Vergiftungsunfälle bei Kindern“, herausgegeben vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft und der DSH.

https://das-sichere-haus.de/broschueren/sicher-gross-werden

Sofort-Maßnahmen

Eltern können dem gut vorbeugen, wenn sie sich einmal näher mit diesem Thema beschäftigen. Wenn es aber nun doch passiert ist, wenn du den Verdacht hast, dass dein Kind giftige Pflanzenteile im Mund gehabt hat, dann entferne erst einmal mögliche Reste aus der Mundhöhle und gib dem Kind Leitungswasser zu trinken. Das verdünnt die Giftstoffe. Wichtig: Keine Wasser mit Kohlensäure, nur komplett stilles Wasser! In die Hausapotheke gehören außerdem Kohle-Tabletten, denn Kohle bindet das Gift. So empfiehlt es die Aktion „Das sichere Haus“.
Zeigt das Kind Symptome, wirkt es zum Beispiel benommen oder erbricht es, dann warte nicht lange, sondern wähle umgehend den Notruf 112. Ideal wäre es, wenn du weißt, welche Pflanze dein Kind gegessen hat oder wenn du sie zumindest beschreiben kannst. Schildere dort die Symptome. Auch die Giftnotrufzentrale kann dir bei so etwas weiterhelfen.

Apps

Es gibt auch Apps, die uns hier vorbeugend Informationen geben können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bietet zum Beispiel eine App an: „Vergiftungsunfälle bei Kindern“. Hier findest du zu jeder Pflanze ein Bild und eine Einordnung, wie giftig diese Pflanze ist. Auch Hinweise für Erste Hilfe Maßnahmen sind dabei. Im Zweifel halten dich nicht lange mit recherchieren auf, sondern wähle gleich die Nummer des regionalen Giftnotrufs, dessen Nummer direkt in der App angegeben und durch einen Klick anwählbar ist.

Pflanzen bestimmen via App

Es gibt verschiedenste Apps, mit deren Hilfe du Pflanzen bestimmen kannst. Einfach abfotografieren, hochladen und dann erfolgt die Bestimmung erfolgt. Solche Apps sind oftmals kostenlos. Hier eine Auswahl solcher Apps:

Die App PlantNet wurde von Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Ländern entwickelt. Mit ihrer Hilfe lassen sich nicht nur heimische, sondern auch Pflanzen in verschiedenen Ländern bestimmen. Ihr Pflanzen-Foto wird mit über 27.000 Pflanzen in der Referenzdatenbank von PlantNet abgeglichen.

Mit der App Flora Incognita lassen sich heimische Wildpflanzen bestimmen. Nachteil, wenn man kontrollieren will, ob eine Pflanze giftig ist: Bei den über 4.800 gelisteten Pflanzen bei Flora Incognita sind nur wenige Zier- und Zimmerpflanzen dabei, die ebenfalls für Kinder und Tiere gefährlich werden können.

Wer mehr als nur Pflanzen erkennen will, ist mit der App iNaturalist gut beraten, denn die kann über Pflanzen hinaus auch Insekten bestimmen. Nutzer von iNaturalist können helfen, den Insektenbestand an bestimmten Orten zu dokumentieren. Umgekehrt kann man sich auch informieren, welche Insekten an bestimmten Standorten vorkommen. „Jede Beobachtung kann zur Erforschung der Biodiversität beitragen, vom seltenen Schmetterling bis zur gewöhnlichen Stadtpflanze.“ Funde werden mit wissenschaftlichen Datensammlungen wie der Global Biodiversity Information Facility geteilt, damit Forscher die Daten finden und verwenden können, so das Statement auf der Webseite von iNaturalist.

Für unsere Gärten geeignete Pflanzen

Wir haben viel gehört, was wir nicht in unsere Gärten pflanzen sollen. Hier nun ein paar Gewächse, die gut geeignet sind:
Da wären zum Beispiel Blumen wie die Kornblume, Cosmea oder Kapuzinerkresse. Gehölze wie Ahorn-, Linden- und Pappelarten. Auch Felsenbirne und Schlehe sind sehr kinderfreundlich.

Aber wir sollten nicht nur auf den eigenen Garten schauen, den wir möglichst frei von Giftpflanzen gestalten können. Wir sollten auch auf die Gefahren unterwegs in Feld, Wald und Wiese schauen. Denn auch dort gibt es jede Menge Pflanzen, die giftig sind. Kinder sollten deshalb frühzeitig sensibilisiert werden, sich keine Pflanzen oder unbekannten Früchte in den Mund zu stecken und zu essen.

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