Entscheidender Schritt für gefährdete Greifvögel: Umstellung der Bayerischen Staatsforsten auf bleifreie Jagdmunition

Hilpoltstein – Die Ankündigung von Michaela Kaniber, Forstministerin und Aufsichtsratschefin der Bayerischen Staatsforsten, dass ab dem ab 1. April 2022 auf der gesamten bayerischen Staatswaldfläche ausschließlich bleifreie Jagdmunition verwendet werden muss, begrüßt der bayerische Naturschutzverband LBV sehr. „Wir danken Frau Kaniber für diesen entscheidenden Schritt für mehr Artenschutz auf den Flächen der Bayerischen Staatsforsten. Dabei wird sie ihrer Verantwortung für viele gefährdete Greifvögel und damit einer jahrelangen Kernforderung des LBV nach bleifreier Jagd gerecht“, sagt der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. Staatsministerin Kaniber hält mit dieser Entscheidung ihr Wort, sich für die gefährdeten Greifvögel einzusetzen, das sie bereits am Tag der Auswilderung der beiden Bartgeier „Bavaria“ und „Wally“ im Rahmen des LBV-Wiederansiedlungsprojekt gegeben hat. „Das berufliche Jagdpersonal der Forstbetriebe und der beiden bayerischen Nationalparks geht hier mit gutem Beispiel voran und kann zum Teil langjährige und erfolgreiche Erfahrungen mit bleifreier Munition aufweisen“, so der LBV-Vorsitzende weiter.


Bayern gehörte neben Thüringen und Sachsen-Anhalt zu den einzigen Bundesländern, für die es bisher noch kein flächendeckendes Verbot von bleihaltiger Munition im Staatswald gab. „Die Bayerischen Staatsforsten nehmen hier eine Vorbildfunktion im Freistaat ein. Durch das Verbot von bleihaltiger Jagdmunition können viele gefährdete Vogelarten vor qualvollen und tödlichen Vergiftungen bewahrt werden“, so Norbert Schäffer. Deshalb appelliert der bayerische Naturschutzverband weiterhin auch an Kommunen und private Jäger, auf bleihaltige Munition zu verzichten.


Mit dem im Juni 2020 von LBV und Bayerischen Staatsforsten gemeinsam initiierten Leuchtturmprojekt zum Schutz der drei großen Greifvögel, Bartgeier, Stein- und Seeadler, wurde bereits ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung getan. In Forstbetrieben, in denen diese gefährdeten Arten vorkommen, wurde die Benutzung von bleihaltiger Munition untersagt. Alle drei Arten und auch noch andere Greifvögel sind auf den Verzehr von Aas angewiesen und sind dadurch extrem durch bleihaltige Munition gefährdet.


In Deutschland ist in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und dem Saarland bleihaltige Büchsenmunition bereits vollständig verboten. Ein landesweites Verbot jeglicher Bleimunition gibt es in der EU bisher nur in Dänemark und den Niederlanden. „Eine EU-weite, einheitliche Regelung mit einem flächendeckenden Verbot muss das Ziel sein, um weitere unnötige und qualvolle Tode vieler oftmals seltener Wildtiere endlich zu stoppen“, betont der LBV-Vorsitzende.
Mehr zum Thema bleifreie Munition und FAQs unter www.lbv.de/bleifreie-jagd

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